Gemeinsames Darlehen kann Kredit Zinsen senken

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Wie hoch die Zinsen sind, die für einen Kredit gezahlt werden müssen, hängt stark von der Bonität des Einzelnen ab. Dabei gilt, dass die Zinsen umso niedriger sind, je mehr Einkommen erzielt wird. Es kann sich demnach für Kreditkunden lohnen, das Darlehen nicht allein aufzunehmen, sondern dieses gemeinsam mit dem Partner zu beantragen. Die Banken haben in solchen Fällen mehr Sicherheit bei der Kreditrückzahlung und können somit die Zinsen senken. Durchschnittlich ist es so möglich, Einsparungen von 1-2 Prozentpunkte zu erreichen, was über die Kreditlaufzeit gesehen einige hundert Euro bedeuten kann.

Günstige Kredit Zinsen für Kreditnehmer

Kreditnehmer in Deutschland und Europa können sich freuen. Der bereits historisch niedrige Zins von 0,05 Prozent wurde in der letzten Sitzung der EZB am 10. März 2016 nun auf 0,0 Prozent gesenkt. Nun kostet es den Banken nichts mehr, Geld bei der Zentralbank zu leihen, um es an Kunden in Form von Krediten weiterzugeben. Dies freut jeden Kreditnehmer natürlich, denn die Zinsen für Ratenkredite, aber auch für Immobiliendarlehen und Autokredite könnten nun nochmals sinken. Vor allem die Tatsache, dass die Zentralbank Strafzinsen erhebt, wenn die Banken dieses Geld nicht verleihen, sondern bunkern, könnte zu einem noch attraktiveren Kreditangebot führen. Oberstes Ziel der EZB ist es schließlich, dass die Inflation in Europa, die noch im Februar 2016 negativ war, steigt. Sie sollte nach den Wünschen von EZB-Chef Draghi mittelfristig wieder zwei Prozent erreichen, um ein ausgewogenes Verhältnis von Wirtschaftswachstum und Preisentwicklung zu erreichen.

Die Banken werden reagieren

Den gesunkenen Leitzins werden verschiedene Kreditinstitute sicher schon bald nutzen, um die Konditionen ihrer Darlehen zu überprüfen und zu senken. Dabei müssen die Banken allerdings beachten, dass nicht allein der Leitzins für die Zinsfestlegung herangezogen werden kann. Die Institute müssen auch Risikovorsorge in Form von Rücklagen treffen, falls Kredite ausfallgefährdet sind. So soll erreicht werden, dass keine Bank mehr in finanzielle Schwierigkeiten gerät, wenn einige Kunden ihr Darlehen nicht mehr zurückzahlen können. Wie hoch diese Rücklagen ausfallen, ist abhängig von der Kreditwürdigkeit des Kunden. Dabei gilt, dass die Banken umso mehr Geld zurücklegen müssen, je höher die Wahrscheinlichkeit eines Kreditausfalls ist. Um dies zu ermitteln, wird im Rahmen der Kreditprüfung immer eine Bonitätsermittlung durchgeführt. Sie zeigt an, mit welcher Wahrscheinlichkeit ein Kredit zurückgezahlt wird und stellt dies in Form von Schulnoten dar. Bei den Bonitätsklassen 1 und 2 ist die Ausfallwahrscheinlichkeit sehr gering, bei den Bonitätsklassen 5 und 6 hingegen ist der Kreditausfall nahezu vorprogrammiert.

Bonität und Zinssatz sind eng verbunden

Für die Ermittlung der Bonität hat jede Bank eine ganz eigene Berechnungsmethode, in den meisten Fällen jedoch nehmen Alter, Familienstand, Einkommenshöhe und Verschuldungsgrad Einfluss. Auch die Daten der Schufa, wo ein eigener Schufa-Score die Kreditausfallwahrscheinlichkeit anzeigen soll, werden herangezogen. So erhalten die Banken einen guten Blick auf den Kunden und können diesen bewerten. Diese Daten werden im Kreditantrag abgefragt und können so in die Systeme der Bank übertragen werden. Steht der Bonitätswert fest, wird anhand dessen der Zinssatz für den Kredit berechnet. Wie aktuelle Untersuchungen zeigen, lag der Durchschnittszins für einen Ratenkredit mit einer Laufzeit von 84 Monaten im vergangenen Jahr bei 4,6 Prozent. Während Frauen aufgrund ihres geringeren Einkommens oft höhere Zinsen zahlen mussten, konnten einige Männer mit hohem Verdienst sogar sparen. Hieran zeigt sich also wieder einmal, dass Kunden mit hohem Einkommen durchaus Vorteile bei der Aufnahme von Krediten haben können.

Die eigene Bonität beeinflussen

Grundsätzlich ist es nicht möglich, die eigene Bonität zu beeinflussen, denn sie wird anhand unveränderbarer Größen ermittelt. Paare allerdings könnten überprüfen, ob es nicht sinnvoll wäre, den Kredit für die neue Küche oder das Familienauto gemeinsam aufzunehmen. Schließlich werden diese Dinge ja auch von beiden Partnern genutzt. Wird ein Kredit von zwei Kreditnehmern aufgenommen, können die Banken für die Ermittlung der Kundenbonität auch zwei Einkommen heranziehen. Dies ist vor allem dann vorteilhaft, wenn ein Partner deutlich weniger verdient. Den beiden Einkommen werden dann die monatlichen Ausgaben, die vorhandenen Kredite sowie andere wiederkehrende Ausgaben gegengerechnet. Meist ist der verbleibende Haushaltsüberschuss größer als bei einer Einzelrechnung, was die Kreditwürdigkeit erhöht. Unvorhergesehene Ausgaben können in solchen Fällen viel einfacher finanziert werden, Geldprobleme lassen sich ausgleichen. Nicht selten ist es durch diese Konstellation möglich, ein bis zwei Prozent Zinsen zu sparen. Bei einem Kredit über 10.000 Euro wären dies 100-200 Euro pro Jahr. Gerechnet auf 84 Monate, also 7 Jahre, beträgt die Ersparnis 700 – 1.400 Euro!

TIPP: Den Kredit zu zweit aufnehmen

Soll der Kredit zu zweit aufgenommen werden, ist dies in den meisten Fällen kein Problem. Viele Banken ermöglichen die gemeinsame Kreditaufnahme von Ehe- und Lebenspartnern, oftmals können auch Eltern oder Großeltern als zweite Kreditnehmer herangezogen werden. Dies ist beispielsweise für junge Menschen sinnvoll, die als Auszubildende oder Studenten noch keinen eigenen Kredit aufnehmen können. Mit dem zweiten Kreditnehmer können auch sie ihr Wunschdarlehen erhalten und die erste eigene Wohnung einrichten oder aber ein neues Auto kaufen. Um als zweiter Kreditnehmer akzeptiert zu werden, müssen Antragsteller die gleichen Voraussetzungen erfüllen wie der erste Kreditnehmer auch. Sie sollten demnach über ein eigenes Einkommen verfügen, einen möglichst niedrigen Verschuldungsgrad aufweisen und eine positive Schufa-Auskunft haben. Sind diese Voraussetzungen erfüllt, werden sie gleichberechtigt in den Kredit aufgenommen, und zwar mit allen Rechten und Pflichten.

Auf jeden Fall den Zinsvergleich nutzen

Bevor überhaupt der gewünschte Kredit beantragt wird, sollte ein Zinsvergleich durchgeführt werden. Online ist dies in wenigen Minuten möglich. Hierzu benötigen die Vergleichsseiten lediglich Daten zur Kredithöhe, zur Laufzeit und zum Verwendungszweck und schon können die günstigsten Angebote angezeigt werden. Auch hier wird deutlich, dass viele Banken die bonitätsabhängige Verzinsung nutzen, denn neben dem günstigsten Zins wird zumeist auch der Maximalzins angegeben. Im Rahmen dieser Zinsspanne wird sich schließlich auch der individuell zu zahlende Kreditzins bewegen. Um herauszufinden, welcher Zins für das eigene Vorhaben berechnet wird, muss nun ein Antrag gestellt werden. Auch dies ist mittlerweile über das Internet möglich. Nach Eingabe der Kreditnehmer und deren Einkommen ermittelt der Bankrechner zum einen, ob eine Kreditvergabe genehmigt werden kann und zeigt zum anderen den in diesem Fall zu zahlenden Zins. Jetzt können Kreditnehmer beraten und überprüfen, ob das Angebot angenommen wird oder ob eine erneute Nachfrage bei einer anderen Bank vorgenommen wird.

Kategorie: Statistiken & Infos
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Veröffentlicht am: 12. März 2016
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